Fristen

Noch 2026 abschließen: Wo dir der Jahreswechsel bei PKV, BU und Altersvorsorge echte Vorteile bringt

14. Oktober 2026 Aktualisiert: 21. Oktober 2026 16 Min AHArnd Hellwig
Ein navyblauer Tischkalender, dessen mintfarbenes Blatt 2026 sich umblättert und 2027 freigibt, daneben ein geschlossener Schirm im Winterlicht.
Auf den Punkt
  • Viele Krankenversicherer rechnen dein Eintrittsalter nach Kalenderjahr: Ab dem 1. Januar bist du für den Beitrag ein Jahr älter, egal wann du Geburtstag hast. In der privaten Krankenversicherung gilt dieses Eintrittsalter für den ganzen Vertrag, also lebenslang.
  • Die Versicherungspflichtgrenze steigt 2027 durch eine Sonderanhebung voraussichtlich auf 84.150 Euro. Wer am 31.12.2026 bereits privat krankenvollversichert ist, für den gilt voraussichtlich die niedrigere Grenze von 80.550 Euro.
  • Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung entscheidet die Gesundheit beim Antrag, und bei manchen Versicherern zusätzlich der 1. Januar. Beides spricht dafür, nicht auf das neue Jahr zu warten.
  • Eine Basisrente, die noch 2026 beginnt, kann den vollen Steuerrahmen 2026 als Einmalzahlung aufnehmen: bis rund 30.826 Euro, zusammen veranlagt bis rund 61.652 Euro. Die Zahlung muss bis 31. Dezember abfließen.

Bei vielen Versicherern wirst du am 1. Januar rechnerisch ein Jahr älter, egal wann du Geburtstag hast. Das klingt nach einer Kleinigkeit. In der privaten Krankenversicherung zahlst du dieses eine Jahr aber nicht einmal, sondern mit jedem Monatsbeitrag bis zum Lebensende. Dazu kommen 2026 zwei Dinge, die es so nicht jedes Jahr gibt: Die Versicherungspflichtgrenze steigt außerplanmäßig, und wer am 31. Dezember schon privat versichert ist, wird davon verschont. Und für die Altersvorsorge gelten Steuerrahmen, die mit dem Jahr enden.

In diesem Beitrag geht es um die Fälle, in denen ein Abschluss noch 2026 einen belegbaren Vorteil bringt: private Krankenversicherung, Berufsunfähigkeit, Krankentagegeld, Pflege- und Zahnzusatz sowie Basisrente und Betriebsrente.

Warum der 31. Dezember für deine Absicherung zählt

Dein Beitrag hängt in der privaten Personenversicherung an zwei Dingen: deinem Alter und deiner Gesundheit beim Abschluss. Beides legt der Versicherer bei Vertragsbeginn fest, und beides gehört dann zu den Rechnungsgrundlagen deines Vertrags.

Beim Alter kommt der Kalender ins Spiel. Viele Krankenversicherer rechnen das Eintrittsalter nach der Kalenderjahresmethode: Beginnjahr minus Geburtsjahr. Wer 1990 geboren ist, ist bei Versicherungsbeginn am 1. Dezember 2026 für den Beitrag 36 Jahre alt, bei Beginn am 1. Januar 2027 schon 37, auch wenn er erst im Herbst Geburtstag hat. Bei der Gesundheit spielt der Kalender keine Rolle, hier gilt einfach: Jede Diagnose, die bis zum Antrag dazukommt, kann den Beitrag oder die Annahme verändern.

Was zählt Was dahintersteckt Wo es wirkt
Stichtag 31.12. Ein Datum im Gesetz, im Steuerrecht oder in den Vertragsbedingungen entscheidet. Eintrittsalter nach Kalenderjahr, Versicherungspflichtgrenze 2027, Basisrente und Betriebsrente, Zahnersatz
Früher ist besser Alter und Gesundheit beim Abschluss bestimmen Beitrag und Annahme für die ganze Laufzeit. Private Krankenvollversicherung, Berufsunfähigkeit, Krankentagegeld, Pflegetagegeld, Risikolebensversicherung

Alter und Gesundheit beim Abschluss bleiben im Vertrag. Der 1. Januar macht dich bei vielen Versicherern ein Jahr älter.

Private Krankenversicherung: Ein Jahr jünger, ein Leben lang günstiger

In der privaten Krankenversicherung ist das Eintrittsalter der größte Hebel, den du beim Zeitpunkt in der Hand hast. Der Beitrag wird mit Alterungsrückstellungen kalkuliert: Der Versicherer rechnet für dein Eintrittsalter durch, was du bis zum Lebensende brauchst, und legt in jungen Jahren dafür Geld zurück. Je jünger du einsteigst, desto länger spart der Vertrag an und desto niedriger ist der Beitrag. Dieses Eintrittsalter gilt für den gesamten Vertrag, also bis zum Tod.

Wie viel ein Jahr ausmacht, zeigt eine öffentliche Beitragstabelle der SDK für Beihilfeberechtigte (Stand 1. Januar 2026). Das ist ein Tarif für Beamte, der nur die Hälfte der Kosten trägt, weil die Beihilfe den Rest übernimmt. Schon dort kostet ein Jahr späterer Beginn zwischen 35 und 51 Jahren 3,90 bis 7,56 Euro mehr im Monat, und zwar dauerhaft. Über 35 Versicherungsjahre sind das ohne jede Beitragsanpassung rund 1.640 bis 3.180 Euro (Beispielrechnung). Ein Volltarif für Angestellte und Selbstständige trägt die Kosten komplett, entsprechend höher liegen Beitrag und Abstand je Altersjahr, je nach Gesellschaft und Leistungsumfang deutlich. Weil Beitragsanpassungen in der Regel prozentual wirken, wächst der Abstand mit jeder Anpassung mit. Wie dein Wunschtarif das Alter rechnet, steht in seinen Bedingungen, das prüfen wir vor dem Antrag.

Der Vorteil gilt für alle, die in die private Krankenversicherung können: Selbstständige, Beamte und Angestellte über der Versicherungspflichtgrenze. Und er hat nichts mit Beitragsanpassungen zum Jahreswechsel zu tun. Die treffen alle Verträge eines Tarifs gleich, das Eintrittsalter dagegen nur dich.

Dafür musst du nicht schon im Dezember doppelt zahlen. Das Eintrittsalter lässt sich auch mit einer großen Anwartschaft ab 1. Dezember 2026 sichern, die zum 1. Januar 2027 in die Vollversicherung übergeht. Während der Anwartschaft zahlst du nur einen kleinen Anwartschaftsbeitrag. Ob dein Wunschversicherer das anbietet, klären wir vor dem Antrag.

In der PKV zahlst du das Eintrittsalter bis zum Lebensende. Ein Jahr jünger zahlt sich jeden Monat aus.

Versicherungspflichtgrenze 2027: Für Angestellte zählt der 31. Dezember doppelt

Für Angestellte kommt 2026 ein zweiter Stichtag dazu. Die Versicherungspflichtgrenze liegt 2026 bei 77.400 Euro. Für 2027 hat der Gesetzgeber sie mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz zusätzlich zur normalen Fortschreibung um 3.600 Euro angehoben, voraussichtlich auf 84.150 Euro. Wer am 31. Dezember 2026 wegen seines Gehalts versicherungsfrei und bereits privat krankenvollversichert ist, für den gilt diese Sonderanhebung nicht. Für ihn bleibt es voraussichtlich bei 80.550 Euro.

Ein Beispiel: Du verdienst 2027 regelmäßig 82.000 Euro. Bist du am 31. Dezember 2026 schon privat vollversichert, bleibst du 2027 versicherungsfrei. Bist du es nicht, wirst du pflichtversichert und kannst dich davon nicht befreien lassen, denn für die Sonderanhebung gibt es kein Befreiungsrecht.

Deine Lage 2026 Gehalt 2027 Was passiert
versicherungsfrei, noch freiwillig gesetzlich versichert über 80.550 bis 84.150 Euro Nur mit privater Vollversicherung am 31.12.2026 bleibst du versicherungsfrei.
versicherungsfrei, noch freiwillig gesetzlich versichert über 84.150 Euro Du bleibst versicherungsfrei. Für den Beitrag zählt trotzdem das Eintrittsalter.
2026 neuer Job mit Gehalt über 77.400 Euro über 80.550 Euro Du bist sofort versicherungsfrei. Mit privater Vollversicherung am 31.12.2026 gilt für dich künftig die niedrigere Grenze.
pflichtversichert über 84.150 Euro Die Pflicht endet am 31.12.2026, der Wechsel ist zum 1. Januar 2027 möglich.

So läuft es ab, wenn du freiwillig gesetzlich versichert bist: Die Kündigung wirkt zum Ablauf des übernächsten Monats. Damit deine Mitgliedschaft am 31. Dezember endet, muss die Kündigung bis Freitag, 30. Oktober 2026 bei der Kasse angekommen sein, und du musst innerhalb der Frist deine private Absicherung nachweisen. Für die niedrigere Grenze reicht ein Beginn der privaten Vollversicherung am 1. Januar 2027 nicht, denn sie muss am 31. Dezember 2026 schon bestehen. In der Praxis heißt das: Die private Vollversicherung beginnt zum Beispiel am 1. Dezember 2026, und im Dezember zahlst du einmalig beide Beiträge. Das lohnt sich oft schon allein wegen des jüngeren Eintrittsalters, das du damit für die ganze Vertragsdauer sicherst. Für das Eintrittsalter allein genügt die Anwartschaft. Ob sie auch für die Pflichtgrenze zählt, ist dagegen nicht gesichert, weil sie noch keinen Versicherungsschutz bietet.

Die Gestaltung ist neu, eine gefestigte Praxis der Kassen dazu gibt es noch nicht. Lass dir die Einordnung deshalb vorher verbindlich von deiner Krankenkasse bestätigen. Wir helfen dir, die Anfrage vorzubereiten und den passenden Beginn beim Versicherer zu wählen.

Die Werte für 2027 stammen aus der Rechengrößenverordnung, die die Bundesregierung beschlossen hat. Die Zustimmung des Bundesrats steht noch aus.

Für Angestellte zählt der 31. Dezember doppelt: beim Eintrittsalter und bei der Pflichtgrenze.

Mehr zum Systemwechsel steht auf unserer Seite zur privaten Krankenversicherung. Wenn du zwischen 80.550 und 84.150 Euro liegst, vereinbare jetzt ein Gespräch, damit die Zeit bis 30. Oktober reicht.

Berufsunfähigkeit: Gesundheit sichern, bevor das neue Jahr kommt

Die gesetzliche Rentenversicherung fängt einen Ausfall deiner Arbeitskraft nur teilweise auf. Wer nach dem 1. Januar 1961 geboren ist, hat keinen Berufsschutz mehr: Geprüft wird, wie viele Stunden am Tag du noch irgendeine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt schaffst. Neu bewilligte Erwerbsminderungsrenten lagen 2025 nach den Zahlen der Deutschen Rentenversicherung im Schnitt bei rund 1.067 Euro im Monat. Miete, Kredit und Lebenshaltung laufen weiter.

Bei der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung entscheidet dein Gesundheitszustand beim Antrag über alles Weitere: ob der Versicherer dich annimmt, ob er etwas ausschließt und was der Schutz kostet. Nach § 19 VVG musst du angeben, wonach der Versicherer fragt und was du bis zu deiner Vertragserklärung weißt. Jede Diagnose, die bis dahin dazukommt, gehört in den Antrag. Mit einer Nachversicherungsgarantie kannst du den Schutz später bei Anlässen wie Heirat, Geburt oder Gehaltssprung ohne neue Gesundheitsprüfung erhöhen. Der früh gesicherte Gesundheitsstatus trägt dann mit.

Beim Alter kommt es auf den Versicherer an. Manche rechnen auch in der Berufsunfähigkeit nach Kalenderjahr, andere mit dem halben oder dem tatsächlichen Geburtstag. Bei Versicherern mit Kalenderjahresmethode zahlst du ein Jahr Eintrittsalter für die ganze Laufzeit bis zum Rentenalter. Ein Versicherer hat 2025 vorgerechnet, was das bedeutet: Für 1.000 Euro BU-Rente war derselbe Vertrag mit einem Jahr jüngerem Eintrittsalter je nach Beruf rund 8 bis 11 Prozent günstiger, über die Laufzeit 1.100 bis 3.500 Euro.

Welcher Tarif am Ende passt, entscheidet zusätzlich der Vergleich: Die Stiftung Warentest fand 2024 für denselben Modellkunden Jahresbeiträge zwischen 643 und 3.071 Euro. Wir rechnen für deinen Beruf die passenden Tarife mit Beginn 1. Dezember 2026 und 1. Januar 2027 nebeneinander, prüfen die Gesundheitsfragen vorab und stellen den Antrag erst, wenn alles sauber ist.

Deine Gesundheit von heute ist die beste Grundlage für deine BU. Bei vielen Tarifen spart der Beginn 2026 zusätzlich ein Altersjahr.

Krankentagegeld und Pflegetagegeld: dieselbe Logik

Krankentagegeld. Nach sechs Wochen Lohnfortzahlung zahlt die Krankenkasse Krankengeld: 70 Prozent des Bruttos, höchstens 90 Prozent des Nettos, und das Brutto zählt nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Bei 7.500 Euro brutto und angenommen 4.500 Euro netto bleiben 2027 nach Sozialabgaben rund 3.418 Euro, also rund 1.080 Euro weniger im Monat (Beispielrechnung, Abzüge vereinfacht). Diese Lücke schließt ein privates Krankentagegeld, für Selbstständige ist es oft die einzige Absicherung bei längerer Krankheit. In den Bedingungen mehrerer Krankenversicherer ist auch hier die Kalenderjahresmethode festgelegt.

Pflegetagegeld. Pflegetagegeldtarife sind ebenfalls meist nach Eintrittsalter kalkuliert. In einer Studie der Rating-Agentur Assekurata im Auftrag des PKV-Verbands stieg der Beitrag je Altersjahr im Schnitt um 3,7 Prozent (25 bis 35 Jahre), 4,1 Prozent (35 bis 45) und 5,9 Prozent (45 bis 55). Auch das zahlst du für die ganze Laufzeit. Bei Zusatzversicherungen sind die Euro-Beträge kleiner als in der Vollversicherung, im Verhältnis zum Beitrag ist ein Altersjahr aber genauso spürbar.

Mehr dazu auf unseren Seiten zum Krankentagegeld und zum Pflegetagegeld.

Zahnzusatz: Der Kassenzuschuss sinkt, die Staffel beginnt früher

Ab 2027 zahlt die Krankenkasse weniger für Zahnersatz. Der Festzuschuss sinkt von 60 auf 50 Prozent, mit Bonusheft von 70 auf 60 und von 75 auf 65 Prozent. In einer Beispielrechnung mit 1.000 Euro Regelversorgung trägst du ohne Bonusheft 100 Euro mehr selbst, bei 3.000 Euro sind es 300 Euro. Der Eigenanteil bei Kronen, Brücken und Implantaten wird damit größer, und genau den deckt eine Zahnzusatzversicherung.

Viele Zahntarife begrenzen die Leistung in den ersten Jahren mit einer Staffel. Bei mehreren Versicherern zählt diese Staffel nach Kalenderjahren. Beginnt dein Vertrag am 1. Dezember 2026, ist 2026 bereits das erste Jahr, und die höheren Grenzen stehen dir ein Jahr früher zur Verfügung als bei Beginn im Januar. Für Behandlungen, die schon angeraten oder begonnen sind, zahlt ein neuer Tarif in der Regel nicht. Wer bereits einen Heil- und Kostenplan hat, sollte ihn so früh einreichen, dass die Kasse noch vor dem 1. Januar 2027 bewilligt. Nur dann gilt der bisherige Zuschuss.

Weniger Zuschuss von der Kasse, früherer Staffelbeginn beim Tarif: Beim Zahnzusatz zahlt sich der Dezember doppelt aus.

Altersvorsorge: Steuerrahmen 2026 nutzen, bevor sie verfallen

Bei der Altersvorsorge zählt das Kalenderjahr steuerlich. Was 2026 nicht eingezahlt ist, lässt sich nicht nachholen.

Basisrente: Noch 2026 beginnen und den vollen Betrag einmal einzahlen

Die Basisrente ist das stärkste Steuerinstrument zum Jahresende, und du musst sie dafür nicht schon seit Jahren haben. Ein Vertrag, der 2026 beginnt, kann noch in diesem Jahr den kompletten steuerlichen Rahmen aufnehmen, als eine einzige Einmalzahlung.

Beiträge zur Basisrente sind seit 2023 zu 100 Prozent als Sonderausgaben abziehbar. 2026 liegt der Höchstbetrag bei rund 30.826 Euro, bei Zusammenveranlagung bei rund 61.652 Euro. Für Angestellte zählen die eigenen Beiträge und die Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung auf diesen Rahmen an. Bei 80.000 Euro Bruttogehalt sind das 14.880 Euro, frei bleiben dann rund 15.946 Euro. Selbstständige ohne Rentenversicherungspflicht haben den Rahmen in der Regel voll zur Verfügung.

Beispielrechnung 2026 Einmalzahlung Steuerentlastung bei 42 %
Selbstständig, ohne Rentenversicherungspflicht30.826 Eurobis rund 12.950 Euro
Angestellt, 80.000 Euro brutto15.946 Eurorund 6.700 Euro
Ehepaar, beide selbstständig, zusammen veranlagt61.652 Eurobis rund 25.890 Euro

Annahmen: Grenzsteuersatz 42 Prozent, ohne Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Bei sehr hohen Einmalzahlungen sinkt mit dem Einkommen auch der Grenzsteuersatz, die tatsächliche Entlastung liegt dann etwas niedriger. Wie viel es bei dir genau ist, rechnet dein Steuerberater.

Entscheidend ist das Abflussprinzip: Für die Steuer 2026 zählt nur, was bis 31. Dezember 2026 vom Konto abgeht. Damit der Vertrag rechtzeitig steht und die Einmalzahlung noch in diesem Jahr gebucht wird, sollte der Antrag Anfang Dezember beim Versicherer sein. Und der Rahmen gilt jedes Jahr neu: Wer 2026 einzahlt, kann 2027 erneut den dann geltenden Höchstbetrag nutzen.

Dafür gilt: Die Basisrente ist nicht kündbar, nicht beleihbar und wird als lebenslange Rente ausgezahlt, die später versteuert wird. Für die Steuerersparnis heute ist das der Preis, und für die meisten, die ohnehin fürs Alter sparen, ist er gut investiert. Wie eine Basisrente mit dem neuen Altersvorsorgedepot zusammenspielt, steht im Beitrag Rürup und Altersvorsorgedepot kombinieren.

Eine Basisrente, die 2026 beginnt, kann noch in diesem Jahr den vollen Steuerrahmen aufnehmen. Am 31. Dezember ist er weg.

Du willst den Rahmen 2026 noch nutzen? Vereinbare ein Gespräch, am besten bis Ende November. Wir rechnen mit dir aus, wie viel sinnvoll ist, und sorgen dafür, dass der Vertrag rechtzeitig beginnt.

Betriebsrente und Riester

Betriebsrente. Bis 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung sind je Kalenderjahr steuerfrei, 2026 also bis 8.112 Euro. Wer den Rahmen nicht ausschöpft, kann mit dem Arbeitgeber über eine Einmalzahlung aus dem Weihnachtsgeld sprechen.

Riester-Vertrag nach altem Recht. Bis 31. Dezember 2026 lässt sich noch ein Riester-Vertrag im alten Fördersystem abschließen. Für Eltern mit niedrigem Einkommen kann das rechnerisch vorteilhaft sein, weil ihr Mindesteigenbeitrag dort sehr niedrig liegt: In unserer Beispielrechnung sparen sie bis zu 290 Euro Eigenbeitrag im Jahr für dieselbe Zulage. Für die meisten anderen ist das neue Altersvorsorgedepot ab 2027 die bessere Wahl. Wer schon einen Riester-Vertrag hat, sollte wissen: Ein neuer geförderter Vertrag ab 2027 stellt alle Verträge unwiderruflich auf neues Recht um.

Bei der Betriebsrente verfällt der steuerfreie Rahmen, den du 2026 nicht nutzt.

Was sich in der gesetzlichen Krankenversicherung ändert

Die Beitragsbemessungsgrenze steigt voraussichtlich von 69.750 auf 76.500 Euro im Jahr. Bei einem durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 2,9 Prozent steigt der Höchstbeitrag damit um rund 98 Euro im Monat, der Anteil eines Angestellten um rund 49 Euro, für freiwillig versicherte Selbstständige um rund 1.141 bis 1.181 Euro im Jahr (Beispielrechnung). Das Krankengeld bleibt in Höhe und Dauer unverändert. Wer arbeitet und eine Altersteilrente von mehr als zwei Dritteln der Vollrente bezieht, verliert ab 1. Januar 2027 den Anspruch auf Krankengeld. Ein Antrag auf Änderung der Teilrente muss dafür bis 31. Dezember 2026 bei der Rentenversicherung eingehen.

Alle Fristen auf einen Blick

Datum Was Für wen
Fr, 30.10.2026 Kündigung der freiwilligen Mitgliedschaft in der Krankenkasse zum 31.12.2026 muss angekommen sein freiwillig gesetzlich versicherte Angestellte, die in die private Krankenversicherung wollen
01.12.2026 letzter Monatserster für einen Versicherungsbeginn 2026 PKV, Berufsunfähigkeit, Krankentagegeld, Pflegetagegeld, Zahnzusatz
15.12.2026 Antrag auf Verlustbescheinigung bei der Bank Anleger mit Verlusten bei einer und Gewinnen bei einer anderen Bank
31.12.2026 private Vollversicherung muss bestehen, damit künftig die niedrigere Pflichtgrenze gilt versicherungsfreie Angestellte, Berufsstarter 2026
31.12.2026 Basisrente: Vertrag begonnen und Einmalzahlung abgeflossen; Betriebsrente, Riester, Sparerpauschbetrag genutzt Steuerpflichtige, vor allem Selbstständige und Gutverdiener
31.12.2026 Festzuschuss für Zahnersatz muss bewilligt sein gesetzlich Versicherte mit geplantem Zahnersatz
31.12.2026 Antrag auf Änderung der Teilrente muss bei der Rentenversicherung eingegangen sein beschäftigte Teilrentner mit mehr als zwei Dritteln der Vollrente
31.03.2027 freiwillige Rentenbeiträge für 2026 freiwillig Versicherte, Selbstständige

Was du bis zum 31. Dezember tun kannst

  • ✓ Bis 30. Oktober: Angestellt, freiwillig gesetzlich versichert und 2027 voraussichtlich über 80.550 Euro? Kündigung, Beginn der privaten Vollversicherung und Bestätigung der Kasse klären.
  • ✓ Bis Mitte November: PKV, Berufsunfähigkeit, Krankentagegeld, Pflege- oder Zahnzusatz geplant? Antrag so stellen, dass der Vertrag am 1. Dezember beginnen kann. Gesundheitsfragen vollständig beantworten.
  • ✓ Anfang Dezember: Basisrente beantragen, damit sie 2026 beginnt und die Einmalzahlung bis 31. Dezember abfließt. Betriebsrente 2026 ausschöpfen.
  • ✓ Bis 31. Dezember: Zahnersatz geplant? Heil- und Kostenplan früh einreichen, die Bewilligung muss vorliegen.
  • ✓ Bis 31. Dezember: Teilrentner mit Job? Antrag bei der Rentenversicherung prüfen.

Wir rechnen dir die Tarife mit Beginn 2026 und 2027 nebeneinander und sagen dir, wo sich der Dezember für dich lohnt. Lieber erst kurz schreiben? Alle Wege zu uns stehen auf der Kontaktseite. Im Gespräch wird nichts abgeschlossen.

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Häufige Fragen

Warum wird die private Krankenversicherung nach dem 1. Januar teurer?

Nicht wegen einer Beitragsanpassung, sondern wegen deines Eintrittsalters. Viele Krankenversicherer rechnen es nach Kalenderjahr, also Beginnjahr minus Geburtsjahr. Mit Beginn 2027 bist du für den Beitrag ein Jahr älter. Dieses Eintrittsalter ist Teil der Rechnungsgrundlagen deines Vertrags und gilt für die ganze Laufzeit, in der privaten Krankenversicherung also bis zum Lebensende.

Kann ich bis Jahresende noch in die private Krankenversicherung wechseln?

Wenn du freiwillig gesetzlich versichert bist, muss deine Kündigung bis 30. Oktober 2026 bei der Kasse ankommen; die Mitgliedschaft endet dann am 31. Dezember. Für die niedrigere Pflichtgrenze 2027 muss die private Vollversicherung aber schon am 31. Dezember 2026 bestehen, etwa mit Beginn 1. Dezember. Im Dezember zahlst du dann beide Beiträge. Lass dir die Einordnung vorher verbindlich von deiner Krankenkasse bestätigen.

Reicht eine Anwartschaftsversicherung für die niedrigere Pflichtgrenze?

Für das Eintrittsalter ja: Eine große Anwartschaft ab 1. Dezember 2026, die zum 1. Januar 2027 aktiviert wird, sichert dir das jüngere Eintrittsalter, ohne dass du im Dezember doppelt zahlst. Ob sie auch für die niedrigere Pflichtgrenze als „privat krankenversichert“ am 31. Dezember 2026 zählt, ist nicht gesichert, weil sie noch keinen Versicherungsschutz bietet. Dafür ist eine aktive Vollversicherung zum Stichtag der belastbarere Weg.

Wird meine Berufsunfähigkeitsversicherung ab Januar teurer?

Bei manchen Versicherern ja: Sie rechnen das Eintrittsalter nach Kalenderjahr, und dann bist du ab 1. Januar ein Jahr älter, für die ganze Laufzeit. Andere rechnen mit dem halben oder dem tatsächlichen Geburtstag. Für deinen Wunschtarif rechnen wir beide Beginntermine nebeneinander. Unabhängig vom Datum gilt: Jede Diagnose bis zum Antrag musst du angeben.

Kann ich jetzt noch eine Basisrente abschließen und den vollen Betrag für 2026 einzahlen?

Ja. Ein Vertrag, der 2026 beginnt, kann den Höchstbetrag 2026 als Einmalzahlung aufnehmen: bis rund 30.826 Euro, zusammen veranlagt bis rund 61.652 Euro, bei Angestellten abzüglich der Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung. Für die Steuer zählt, dass das Geld bis 31. Dezember 2026 abfließt. Die Basisrente ist dafür nicht kündbar und wird als lebenslange Rente ausgezahlt.

Reicht es, den Heil- und Kostenplan für Zahnersatz bis Silvester einzureichen?

Nein. Der bisherige Festzuschuss gilt nur, wenn die Kasse ihn vor dem 1. Januar 2027 bewilligt hat.

Ich beziehe eine Teilrente und arbeite. Was muss ich tun?

Liegt deine Altersteilrente über zwei Dritteln der Vollrente, hast du ab 1. Januar 2027 keinen Anspruch auf Krankengeld mehr. Willst du ihn behalten, muss dein Antrag auf Änderung der Teilrente bis 31. Dezember 2026 bei der Rentenversicherung eingehen.

Dieser Beitrag ist eine allgemeine Einordnung und ersetzt keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung. Was für dich konkret sinnvoll ist, hängt von deinem Einkommen, deinem Berufsstatus, deiner Familiensituation, bestehenden Verträgen, deinem Liquiditätsbedarf, deiner Steuerlast und deinem Risikoprofil ab.

Quellen und Belege

  1. Gesetz zur Stabilisierung der Beitragssätze in der GKV, Gesetzesbeschluss des Bundestags, BR-Drs. 411/26 (10.07.2026; verkündet BGBl. 2026 I Nr. 228)
  2. Bundesministerium für Gesundheit: Fragen und Antworten zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz
  3. Bundesregierung: Verordnung über die Rechengrößen der Sozialversicherung 2027, BR-Drs. 576/26 (07.10.2026, Zustimmung des Bundesrats ausstehend)
  4. Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2026
  5. § 6 SGB V: Versicherungsfreiheit
  6. § 175 SGB V: Kündigung der Mitgliedschaft
  7. § 47 SGB V: Höhe und Berechnung des Krankengeldes
  8. Techniker Krankenkasse: SV-Update kurz und kompakt (20.08.2026)
  9. Deutsche Rentenversicherung: Teilrente und Krankengeld, Pressemitteilung (16.09.2026)
  10. § 43 SGB VI: Rente wegen Erwerbsminderung
  11. Deutsche Rentenversicherung: Jahresbericht 2025 in Zahlen
  12. § 19 VVG: Anzeigepflicht
  13. Stiftung Warentest: Berufsunfähigkeitsversicherung, Pressemitteilung (15.05.2024)
  14. SDK: Beitragsübersicht Vollversicherung für Beihilfeberechtigte (Stand 01.01.2026)
  15. Assekurata im Auftrag des PKV-Verbands: Studie Pflegezusatzversicherung (04/2026)
  16. Altersvorsorgereformgesetz, Gesetzesbeschluss des Bundestags, BR-Drs. 206/26 (verkündet BGBl. 2026 I Nr. 156)
  17. Deutsche Rentenversicherung: Altersvorsorgereformgesetz (17.09.2026)
  18. § 10 EStG: Sonderausgaben
  19. § 3 EStG: Steuerfreie Einnahmen (Nr. 63)
  20. § 20 EStG: Kapitalvermögen (Sparer-Pauschbetrag)
  21. § 43a EStG: Verlustbescheinigung
  22. § 197 SGB VI: Wirksamkeit freiwilliger Beiträge

Stand 21.10.2026. Die Werte für 2027 aus der Rechengrößenverordnung hat die Bundesregierung beschlossen, die Zustimmung des Bundesrats steht aus. Beispielrechnungen beruhen auf offengelegten Annahmen und sind keine Zusage; wie dein Wunschtarif das Eintrittsalter rechnet, steht in seinen Bedingungen. Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Beratung und keine Steuer- oder Rechtsberatung; verbindliche Auskunft zu deinem Versicherungsstatus gibt deine Krankenkasse.

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AH Arnd Hellwig

Geschrieben von Arnd Hellwig

Versicherungsmakler und Geschäftsführer von Fulminant Finanzdienstleistungen

Ich schreibe hier aus der Beratungspraxis: frei in der Anbieterwahl, persönlich verantwortlich und mit dem Ziel, Vorsorge verständlich statt verkäuferisch zu erklären.

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