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Standarddepot, freies Depot oder Garantie: Worauf es bei der Fondsauswahl ankommt

13. September 2026 12 Min AHArnd Hellwig
Standarddepot, freies Depot oder Garantie: Worauf es bei der Fondsauswahl ankommt
Auf den Punkt
  • Das Gesetz legt beim Standarddepot nur den Rahmen fest: zwei Fonds, eine voreingestellte Umschichtung vor Rentenbeginn und höchstens 1,0 Prozent Effektivkosten. Welche Fonds es sind, entscheidet der Anbieter.
  • Die ersten Ankündigungen unterscheiden sich deutlich: passive ETFs oder aktive ETFs aus dem eigenen Konzern, europäische oder weltweite Anleihen und ein Aktienanteil, der zwei Jahre vor Rentenbeginn teils auf 30 Prozent sinkt.
  • Eine Vormerkung bringt dir keinen Vorteil. Laut Stiftung Warentest gibt es die Förderung für das ganze Jahr 2027 auch noch im Dezember. Die Zeit bis dahin nutzt du besser für die Frage, welche Anlage zu deiner Situation passt.

„Standarddepot” klingt nach Einheitsware: gleiche Regeln, gleicher Inhalt, egal wo du abschließt. Die ersten Ankündigungen der Anbieter zeigen etwas anderes. Zwei Standarddepots können in unterschiedliche Aktienfonds investieren, andere Anleihen halten und dein Geld vor der Rente unterschiedlich umschichten.

Die Wahl zwischen Standarddepot, freiem Depot und Garantieprodukt ist deshalb nur der erste Schritt. Über deine spätere Rente entscheidet, was im Depot steckt und ob das zu deiner Lage passt. Dieser Beitrag zeigt, worauf du bei jeder Variante schaust. Was die drei Produkttypen grundsätzlich sind, steht im Beitrag zu Produkttypen und Steuern.

Warum 2026 niemand etwas vormerken muss

Die neuen Produkte dürfen ab dem 1. Januar 2027 angeboten werden. Bis dahin ist nichts abschließbar. Trotzdem sammeln erste Anbieter schon jetzt Vormerkungen, teils mit Kontoeröffnung, teils mit Gewinnspiel.

Einen Vorteil hast du davon nicht. Die Stiftung Warentest schreibt dazu: „Bloß keine Hektik! Die staatliche Förderung fürs gesamte Jahr 2027 gibt es auch noch im Dezember.”

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg wird deutlicher. Niels Nauhauser, dort Abteilungsleiter Altersvorsorge, sagt: „Das Ziel ist es, Verbraucher frühzeitig zu binden. Solange konkrete Konditionen, Kosten und Vertragsbedingungen nicht transparent vorliegen, gibt es keinen rationalen Grund, persönliche Daten zu Marketingzwecken zur Verfügung zu stellen.”

Dazu kommt ein Effekt, den Verhaltensökonomen Status-quo-Effekt nennen: Wo das Konto schon liegt, bleibt man gern. Wer im Herbst ein Konto eröffnet hat, um sich einen Platz zu sichern, hat im Januar einen Grund weniger, gründlich zu vergleichen.

Die Monate bis Januar sind trotzdem nicht verloren. Sie reichen, um zu klären, was dein Depot leisten soll. Darum geht es im Rest dieses Beitrags.

Drei Varianten im Vergleich

StandarddepotFreies AltersvorsorgedepotGarantieprodukt
Wer wählt die Fonds?der Anbieter, zwei Fonds vorab festgelegtdu oder ein Verwalter, aus dem Angebot des Anbietersder Anbieter
Garantiekeinekeine80 oder 100 Prozent der Beiträge zu Beginn der Auszahlung
KostenEffektivkosten höchstens 1,0 ProzentKostendeckel gilt nichtKostendeckel gilt nicht
Umschichtung vor der Rentevoreingestellt, abweichende Aufteilung möglichje nach Anbieter und eigener Entscheidungfolgt der Garantietechnik
Typischer HakenFonds und Umschichtung passen nicht zu jeder Lagemehr Auswahl heißt mehr Raum für teure oder einseitige Fondsdie Garantie kostet Renditechance

Standarddepot: gleicher Rahmen, verschiedene Fonds

Für das Standarddepot gelten vor allem drei Vorgaben. Es gibt zwei Fonds, die der Anbieter vor Vertragsschluss festlegt, einen vorsichtigeren und einen chancenreicheren. Das Kapital wird in den Jahren vor der Auszahlung schrittweise in den vorsichtigeren Fonds umgeschichtet, wenn du nichts anderes festlegst. Und die Effektivkosten dürfen höchstens 1,0 Prozent im Jahr betragen.

Welche Fonds das sind, wann umgeschichtet wird und wie weit, legt der Anbieter fest. Wie unterschiedlich das ausfällt, zeigen die bisherigen Ankündigungen:

quirion
AktienbausteinVanguard FTSE Global All-Cap, weltweit, passiv
SicherheitsbausteinVanguard Global Aggregate Bond EUR Hedged, weltweite Anleihen, währungsgesichert
Umschichtungnoch nicht veröffentlicht
Kosten laut AnkündigungFonds 0,07 und 0,08 Prozent, weitere Kosten nicht genannt
Deka (über Sparkassen)
Aktienbausteinweltweit anlegender Aktienfonds
Sicherheitsbausteineuropäischer Rentenfonds
Umschichtung100 % Aktien, fünf Jahre vor Rentenbeginn 50 %, zwei Jahre vorher 30 %; alternativ selbst steuerbar
Kosten laut Ankündigung0,1 Prozent pro Jahr
Union Investment (über genossenschaftliche Banken)
Aktienbausteinglobaler aktiver Aktien-ETF der Konzerntochter Quoniam
SicherheitsbausteinEuro-Renten-ETF, ebenfalls von Quoniam
Umschichtung100 % Aktien, fünf Jahre vor Ende der Ansparphase 50 %, zwei Jahre vorher 30 %
Kosten laut Ankündigungnoch nicht veröffentlicht, kein Ausgabeaufschlag
Scalable Capital
AktienbausteinETFs, Namen noch nicht veröffentlicht
Sicherheitsbausteinnoch nicht veröffentlicht
Umschichtungnoch nicht veröffentlicht
Kosten laut AnkündigungETF-Kosten 2027 übernommen, danach höchstens 0,15 Prozent

Stand der Angaben: 16. September 2026. Es handelt sich um Ankündigungen aus Pressemitteilungen und Fachpresse. Produktinformationsblätter und finale Bedingungen liegen noch nicht vor, einzelne Angaben können sich bis zum Start ändern. Die Tabelle ist keine Empfehlung und keine Rangliste.

Was die Unterschiede für dich bedeuten:

Der Aktienbaustein. Ein Fonds auf den gesamten Weltmarkt enthält auch Schwellenländer und kleinere Unternehmen. Ein Fonds nur auf Industrieländer lässt beides weg. Ein aktiv gemanagter ETF darf vom Index abweichen, das kann besser oder schlechter ausgehen. Falsch ist keine dieser Varianten. Du solltest aber wissen, welche du kaufst.

Der Sicherheitsbaustein. Er soll kurz vor der Rente die Schwankungen dämpfen und trägt nach der Umschichtung oft den größeren Teil deines Kapitals. Ein europäischer Rentenfonds hängt vor allem am Zinsniveau in Europa. Ein weltweiter, währungsgesicherter Anleihefonds verteilt das Risiko auf viele Länder und sichert die Wechselkurse ab. Das verhält sich in Zinsphasen unterschiedlich.

Die Kosten. Die 1,0 Prozent sind eine Obergrenze. Angekündigt sind teils Werte von 0,1 Prozent und darunter. Ob darin wirklich alles steckt, zeigt erst die Effektivkostenangabe im Produktinformationsblatt. Mehr dazu im Beitrag zu Kostendeckel und Provisionen.

Die Umschichtung: der unterschätzte Teil

Deka und Union Investment haben ihren Plan konkret beschrieben, und er ist bei beiden ähnlich: 100 Prozent Aktien in der Ansparphase, fünf Jahre vor Rentenbeginn 50 Prozent, zwei Jahre vorher 30 Prozent.

Das schützt vor dem Szenario, das jeder fürchtet: dem Börsencrash im Jahr vor der Rente. Es hat aber eine Kehrseite. Die Auszahlung beginnt in der Regel frühestens mit 65, und ein Auszahlplan muss mindestens bis zum vollendeten 85. Lebensjahr laufen. Ein Teil deines Geldes bleibt also noch 20 Jahre und länger angelegt, nachdem die Umschichtung abgeschlossen ist. Bleibt es in dieser Zeit bei 30 Prozent Aktien, gibst du über zwei Jahrzehnte Renditechance ab.

Ob das für dich ein Problem ist, hängt davon ab, was du sonst im Alter hast. Wer von diesem Depot leben muss, ist mit einer vorsichtigen Aufteilung gut bedient. Wer eine solide gesetzliche Rente, eine Betriebsrente oder eine abbezahlte Immobilie hat, kann sich mehr Schwankung leisten. Das Standarddepot lässt eine abweichende Aufteilung zu. Festlegen musst du sie selbst, und dafür musst du wissen, welche zu dir passt.

Wie die Auszahlung selbst funktioniert, steht im Beitrag zu Rente, Auszahlplan und Teilkapital.

Freies Altersvorsorgedepot: mehr Auswahl, mehr Fehlerquellen

Im freien Depot wählst du selbst oder lässt einen Verwalter wählen, und zwar aus dem Angebot, das dein Anbieter bereitstellt. Zulässig ist, was auf der gesetzlichen Positivliste steht. Nach der Darstellung des Bundesfinanzministeriums gehören dazu Investmentfonds wie ETFs, Anleihen öffentlicher Emittenten, europäisch regulierte Fonds für langfristige Investments (ELTIF) und bestimmte Dachfonds. Einzelaktien und Kryptowährungen sind ausgeschlossen.

Das konkrete Angebot unterscheidet sich stark. Die Deka etwa kündigt neben ihrem Standarddepot ein Depot mit bis zu drei aktiv gemanagten Fondsbausteinen für 1,0 bis 1,5 Prozent im Jahr an. Gemessen an den angekündigten Kosten ist das das Zehn- bis Fünfzehnfache ihres Standarddepots. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, was die aktiven Fonds nach Kosten leisten. Das weiß vorher niemand.

Die typischen Fehler im freien Depot kennst du aus jedem normalen Depot: der Themenfonds, weil die Branche gerade läuft, zu viel Heimatmarkt, weil man die Namen kennt, oder drei Fonds, die im Kern dasselbe kaufen. Im geförderten Depot wiegen sie schwerer, weil du das Geld nicht einfach herausnehmen kannst, ohne Zulagen und Steuervorteile zurückzuzahlen. Was eine Kündigung kostet, steht im Beitrag zum Kündigen und Wechseln.

Garantieprodukt: was die Garantie mit deinem Aktienanteil macht

Beim Garantieprodukt stehen zu Beginn der Auszahlung mindestens 80 oder 100 Prozent deiner eingezahlten Beiträge zur Verfügung. Diese Zusage muss der Anbieter finanzieren, und er finanziert sie mit Anlagefreiheit. Je höher die Garantie, desto weniger Geld kann in Aktien arbeiten.

Viele Garantiekonzepte sichern dynamisch ab: Fällt der Markt, wird aus Aktien in sichere Anlagen umgeschichtet, damit die Garantie hält. Kommt ein starker Einbruch früh in der Laufzeit, kann der Aktienanteil danach lange niedrig bleiben, und ein großer Teil der Erholung läuft am Vertrag vorbei. Frag deshalb bei jedem Garantieprodukt, wie die Absicherung technisch funktioniert. Die Garantiehöhe allein sagt dazu wenig.

Für wen welche Garantiestufe passt, steht im Beitrag Mit oder ohne Garantie.

Was ein paar Prozentpunkte über 30 Jahre ausmachen

Wie stark Aktienanteil, Umschichtung und Kosten wirken, zeigt ein einfaches Rechenbeispiel. Angenommen, du bist förderberechtigt und zahlst 30 Jahre lang 150 Euro im Monat ein, also 1.800 Euro im Jahr. Dafür bekommst du die volle Grundzulage von 540 Euro. Pro Jahr fließen damit 2.340 Euro ins Depot, über 30 Jahre 70.200 Euro.

Angenommene Rendite nach KostenDepotwert nach 30 Jahren
2 Prozent pro Jahrrund 94.900 Euro
4 Prozent pro Jahrrund 131.200 Euro
6 Prozent pro Jahrrund 185.000 Euro

Vereinfachte Rechnung: Einzahlung und Zulage einmal jährlich zum Jahresende, gleichbleibende Beiträge, keine Steuern. Die Renditen sind Annahmen für den Vergleich, keine Prognose und kein Versprechen. Das tatsächliche Ergebnis kann deutlich darunter liegen, auch Verluste sind möglich.

Zwischen 2 und 6 Prozent liegen rund 90.000 Euro, mehr als du selbst eingezahlt hast. Wie sich die Märkte entwickeln, kann niemand beeinflussen. Beeinflussen kannst du, wie viel Aktien du hältst, wie lange du sie hältst und was dich das kostet. Genau darin unterscheiden sich die Varianten.

Sechs Fragen an jedes Angebot

Ab Januar 2027 liegen die ersten Produktinformationsblätter vor. Diese Fragen solltest du dann beantworten können, bevor du unterschreibst:

1. Welche Fonds genau? Name, ISIN und ob der Fonds einen Index abbildet oder aktiv gemanagt wird.

2. Wie breit streut der Aktienbaustein? Weltweit mit Schwellenländern und kleineren Unternehmen, nur Industrieländer oder mit Schwerpunkt auf einer Region.

3. Was steckt im Sicherheitsbaustein? Welche Anleihen, aus welchen Ländern, in welcher Währung und ob Wechselkurse abgesichert sind.

4. Wann und wie weit wird umgeschichtet? Und passt das zu der Art, wie du dir das Geld später auszahlen lassen willst.

5. Was kostet das Ganze? Die Fondskosten sind nur ein Teil. Maßgeblich sind die Effektivkosten im Produktinformationsblatt.

6. Wie flexibel bist du später? Kannst du Fonds und Aufteilung ändern, und was kostet ein Anbieterwechsel? In den ersten fünf Jahren darf der bisherige Anbieter dafür höchstens 150 Euro verlangen, danach ist der Wechsel für dich kostenfrei.

Welche Nachweise ein Angebot überhaupt erst abschließbar machen, steht in Woran du ein echtes Altersvorsorgedepot erkennst.

Wann das Standarddepot reicht und wann nicht

Die Verbraucherzentrale rät, sich am staatlich organisierten Standardprodukt zu orientieren und es mit privaten Angeboten zu vergleichen. Dieses öffentliche Standarddepot gibt es bislang nicht, weil die nötige Verordnung der Bundesregierung noch fehlt. Als Vergleichsmaßstab taugt das Standarddepot trotzdem, auch bei privaten Anbietern.

Wo wir die Grenze sehen: Das Standarddepot beantwortet keine einzige Frage zu deiner Lage. Ob du förderberechtigt bist, was mit dem Riester-Vertrag passiert, wie viel Aktienanteil neben deiner gesetzlichen Rente sinnvoll ist, bleibt offen, egal wie günstig die zwei Fonds sind.

Deine LageStandarddepotWas du vorher klärst
Berufseinstieg, kein Riester-Vertrag, Beitrag im geförderten Rahmenpasst oftob Notgroschen und Berufsunfähigkeitsschutz stehen, und den Berufseinsteigerbonus
Riester-Vertrag vorhandenerst nach Prüfungwas mit dem Altvertrag passiert, bevor du neu abschließt: behalten, ruhen lassen oder wechseln
Familie mit Kindern oder Ehepaar, bei dem nur einer förderberechtigt istmöglichwie du Kinderzulagen und die mittelbare Zulage voll mitnimmst
Selbstständigerst nach Prüfungob und unter welchen Voraussetzungen du förderberechtigt bist
Gesetzliche Rente, Betriebsrente oder Immobilie vorhandenmöglich, Voreinstellung prüfenob die Umschichtung auf 30 Prozent Aktien für dich zu vorsichtig ist
Weniger als zehn Jahre bis zur Rentemöglich, Umschichtung prüfenwie viel Schwankung du dir so kurz vor dem Ziel leisten kannst und ob eine Garantie passt
Du willst mehr sparen, als gefördert wirdfür den geförderten Teilob der Rest im freien ETF-Sparplan flexibler aufgehoben ist

Je mehr Zeilen auf dich zutreffen, desto weniger ist die Produktwahl eine Frage des Etiketts. Dann geht es darum, welche Fonds, welcher Umschichtungsplan und welcher Beitrag zu deiner gesamten Vorsorge passen.

Was du jetzt tun kannst

  • Verzichte 2026 auf Vormerkungen und auf Konten, die du nur eröffnen würdest, um dir einen Platz zu sichern. Du verlierst dadurch nichts.
  • Schreib dir auf, was dein Depot später leisten soll: ab wann du das Geld brauchst, welche anderen Alterseinkünfte du hast und wie viel Schwankung du aushältst.
  • Wenn du einen Riester-Vertrag hast, kläre bis zum Jahresende, wie es damit weitergeht. Die Zulage für 2026 hängt an den Beiträgen, die du 2026 einzahlst.
  • Leg ab Januar jedes Angebot neben die sechs Fragen oben. Fehlt eine Antwort, fehlt eine Entscheidungsgrundlage.

Sobald die ersten Produktinformationsblätter da sind, legen wir im Check-up-Gespräch Fondspaare und Umschichtungspläne nebeneinander und prüfen, was davon zu deiner Vorsorge passt. Unterschrieben wird in diesem Gespräch nichts.

Kostenloses Check-up-Gespräch vereinbaren

Häufige Fragen

Welche Fonds stecken im Standarddepot?

Das legt jeder Anbieter selbst fest. Vorgeschrieben sind zwei Investmentvermögen, eines mit eher vorsichtigem Anlageprofil und eines mit höheren Risiken und Renditechancen. Angekündigt sind bisher zum Beispiel ein weltweiter Aktien-ETF mit einem währungsgesicherten weltweiten Anleihe-ETF oder ein weltweit anlegender Aktienfonds mit einem europäischen Rentenfonds. Verbindlich wird das erst mit dem Produktinformationsblatt.

Ist das Standarddepot bei jedem Anbieter gleich?

Nein. Gleich sind die gesetzlichen Mindestregeln und die Obergrenze von 1,0 Prozent Effektivkosten. Fondsauswahl, Anleihebaustein, Umschichtungsplan, tatsächliche Kosten und Service unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter.

Kann ich die automatische Umschichtung im Standarddepot ändern?

Laut Bundesfinanzministerium wird das Kapital in den Jahren vor Beginn der Auszahlungsphase schrittweise in den risikoärmeren Fonds umgeschichtet, sofern du dem Anbieter keine abweichende Aufteilung mitteilst. Du kannst also eine andere Aufteilung wählen. Wie das im Einzelnen abläuft, regeln die Vertragsbedingungen des jeweiligen Anbieters.

Kann ich im Altersvorsorgedepot Einzelaktien oder Kryptowährungen kaufen?

Nach der Darstellung des Bundesfinanzministeriums nicht. Zulässig ist, was auf einer abschließenden Positivliste steht, vor allem Investmentfonds wie ETFs, Anleihen öffentlicher Emittenten sowie bestimmte weitere regulierte Fonds. Einzelaktien, Kryptowährungen und hochspekulative Anlagen gehören nicht dazu.

Soll ich mich schon 2026 bei einem Anbieter vormerken lassen?

Einen Vorteil hast du davon nicht. Abschließbar ist bis zum Jahresende nichts, und laut Stiftung Warentest gibt es die staatliche Förderung für das gesamte Jahr 2027 auch noch im Dezember. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg sieht keinen rationalen Grund, persönliche Daten für Marketingzwecke herzugeben, solange Konditionen, Kosten und Vertragsbedingungen nicht transparent vorliegen.

Wann reicht das Standarddepot?

Wenn deine Lage einfach ist: kein Riester-Vertrag, der geprüft werden muss, eine klare Förderberechtigung, ein Beitrag im geförderten Rahmen und keine anderen Vorsorgebausteine, auf die das Depot abgestimmt werden muss. Je weniger davon zutrifft, desto wichtiger wird die Frage, welche Fonds und welcher Umschichtungsplan zu dir passen.

Dieser Beitrag ist eine allgemeine Einordnung und ersetzt keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung. Was für dich konkret sinnvoll ist, hängt von deinem Einkommen, deinem Berufsstatus, deiner Familiensituation, bestehenden Verträgen, deinem Liquiditätsbedarf, deiner Steuerlast und deinem Risikoprofil ab.

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AHArnd Hellwig

Geschrieben von Arnd Hellwig

Versicherungsmakler und Geschäftsführer von Fulminant Finanzdienstleistungen

Ich schreibe hier aus der Beratungspraxis: frei in der Anbieterwahl, persönlich verantwortlich und mit dem Ziel, Vorsorge verständlich statt verkäuferisch zu erklären.

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